Unsere Arbeit

Unser Umfeld

Unser Orchester besteht zum größten Teil aus Schülern des Heinrich-Schütz-Konservatoriums Dresden e.V. (HSKD). Das Konservatorium ist Träger und Hauptfinancier des Orchesters. Es ist die größte Dresdner Musikschule mit mehreren tausend Schülern. Am HSKD wird zwar auch regelmäßig künftigen Berufsmusikern der Weg geebnet, Hauptaugenmerk liegt aber weniger auf der „Spitze“ als eher auf der „Breite“. Musik für jeden, der Lust und Zeit hat – ohne Leistungsdruck.

Instrumentalunterricht am HSKD ist aber keine Vorbedingung, um bei uns mitzuspielen. Wir sind für jeden offen, der Spaß am Musizieren hat. Das heißt aber nicht, dass es nur um den Spaß geht. Leistung ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium. Musik macht nur Spaß, wenn sie auch von guter Qualität ist.

Die Spezies DJSO-Mitglied

Ein Standardexemplar der Spezies „DJSO-Mitglied“ ist 17 Jahre alt, spielt seit 9 Jahren ein Instrument, ist Schüler eines altehrwürdigen Dresdner Gymnasiums, hat nebenbei Unterricht am Heinrich-Schütz-Konservatorium, ist seit 2 Jahren im Orchester und will später auf keinen Fall Musik studieren (maximal Schulmusik). Selbstverständlich gibt es Abweichungen von diesem Durchschnittsexemplar in alle Richtungen: so bewegt es sich beim Alter zwischen 13 und 23, manch einer hat als Schüler das Konservatorium noch nie betreten, unser Dienstältester ist 10 Jahre dabei, und ab und zu findet man ehemalige Mitglieder des DJSO auch in Profi-Orchestern wieder.

Typisch ist auch bei uns wie in jedem Jugendorchester die große Fluktuation. Im Durchschnitt 15 Leute verlassen uns jedes Jahr, ebenso viel müssen aus dem Nachwuchs rekrutiert werden. So haben wir zum Beispiel in den letzten 8 Jahren 5 verschiedene Konzertmeister erlebt. Viele von uns halten auch nach ihrer aktiven Zeit im Orchester Kontakt untereinander, zudem existiert ein Alumniprojekt. So trifft man in vielen unserer Konzerte auf Ehemalige.

Das Dresdner Nachwuchsorchester

Oft liebevoll die „Kleinen“ genannt. Hier können erste Erfahrungen mit dem Orchesterspiel gesammelt werden. Musikalische Perfektion steht eher im Hintergrund, entscheidend sind Lerneffekt und Freude an der Musik. Hier kann also fast jeder mitspielen, wenn nicht gerade wieder einmal Aufnahmestopp ist, weil mehr als 50 Geigen eben doch schwer sinnvoll unterzubringen sind.

Nach einem oder mehreren Lehrjahren ist für die Besten dann der Aufstieg zu den „Großen“ möglich und im Allgemeinen auch üblich. Im kleinen Orchester spiegeln sich Nachwuchs-Hoffnung und Nachwuchs-Sorgen wieder. Geigen im Überfluss, auch Flöten, Klarinetten und Celli gibt’s meistens in ausreichender Zahl. Aber wer lässt sein Kind schon Oboe oder Bratsche lernen?

Orchesterleitung

Die künstlerische Leitung von Jugendsinfonie- und Nachwuchsorchester liegt seit Herbst 1997 bei Milko Kersten. Zu ihm und zu den anderen zentralen Orchester-Persönlichkeiten in Vorder- und Hintergrund gibt’s mehr nachzulesen unter Personalien. Die Arbeit in den Registerproben wird unterstützt durch Mitglieder des Patenorchesters sowie erfahrende Pädagogen des Konservatoriums.

Außerdem existiert als basisdemokratisches Gremium noch der Orchesterrat – die Vertretung der Musiker, die den Dirigenten bei seinen Entscheidungen beraten soll, etwa zu Besetzung, Programm, Konzertplanung oder Probenordnung. Mal ist der Rat mehr aktiv, mal weniger, was vom Engagement der hohen Räte sowie von Laune und Demokratieverständnis unseres Dirigenten abhängt.

Die Proben

Im Schuljahr 2005/2006 mussten wir das seit Jahrzehnten Heimat bietende Haydn-Gymnasium verlassen, es folgten Proben als Gast verschiedener Einrichtungen, unter anderem im Gemeindezentrum der Neuen Synagoge. Nun finden die Proben im Haus „An der Loge“ auf der Bautzner Straße statt, welches im Jahr 2009 als „Orchester-Chor-Tanz-Zentrum“ des HSKD eröffnet wurde.

Die „Kleinen“ probieren wöchentlich zwei, die „Großen“ drei Stunden, in einer Pause bleibt Zeit zur gepflegten Unterhaltung. Über kurzfristige Änderungen der regulären Probenzeiten und -orte informiert der (idealerweise auch aktuelle) Probenplan. Ausnahmen bilden die Ferien, die sind probenfrei.

Eingestimmt wird fünf Minuten vor Probenbeginn. Es wird aber keinem Zuspätkommenden der Kopf abgerissen, sonst wären wir fast alle kopflos.

Ein typisches Orchesterjahr

Der Schuljahreswechsel ist logischerweise auch mit dem größten Bruch in der Besetzung verbunden (u.a. wegen des Studienbeginns). Außerdem heißt es „neues Programm“ – wir sitzen fluchend vor den Noten, sind uns sicher, dass die Stücke viel zu schwer sind und wohl nie konzertreif klingen werden.

Doch jedes Jahr im Dezember hat sich der anfängliche Krach in Klang verwandelt, was jeder gern in unserem alljährlichen Weihnachtskonzert bestaunen kann. Anschließend legen wir uns nicht zur Ruhe, da ein schon Tradition gewordener Höhepunkt unseres Konzertjahres naht: Das thematische Gesprächskonzert mit der Dresdner Philharmonie, welche die Patenschaft über unser Orchester übernommen hat.

Im Februar beginnen wir dann mit unserem Sommerprogramm. Der Startschuss dafür fällt im legendären Probenlager. Frühjahr und Sommer sind mit Konzertverpflichtungen in der Heimatstadt meist sehr gut – mitunter zu gut – gefüllt etwa mit Auftritten bei den Musikfestspielen, beim Landesorchesterwettbewerb oder einem Sommerkonzert unseres Fördervereins.

Seinen Abschluss hat die Orchestersaison in den letzten Jahren mit einer Konzertreise zur Musikwoche in Bad Liebenstein gefunden, wo wir jeweils die erste Woche der Sommerferien eingeladen wurden. Neben Konzerten in verschiedenen Orten Thüringens blieb auch immer genug Zeit für Erholung im Schwimmbad, in der Natur oder bei Spielen. So bietet diese Fahrt nicht nur Anreiz für intensive Probenarbeit, sondern lockert auch das Orchesterklima auf und gibt die Möglichkeit, seinen Pultnachbarn etwas besser kennen zu lernen.

Das Probenlager

In den Winterferien findet traditionell das Probenlager statt. Es ist immer wieder ein Höhepunkt des Orchesterjahres. Wir quartieren uns in eine geräumige Jugendherberge in der Umgebung von Dresden ein und beschäftigen uns (fast) nur mit Musik. Jahrelang hatten wir ein Stamm-Domizil – eine aus der DDR-Zeit stammende für Jugendarbeit-Zwecke umgebaute Armee-Baracke mitten im Wald unweit eines Ortes mit dem klangvollen Namen Ottendorf-Okrilla. Doch diese „Schule im Grünen“ wurde 1996 geschlossen, so dass wir nun seit 2001 im Winfriedhaus in Schmiedeberg versuchen, eine neue Tradition zu begründen.

Das Probenlager dauerte früher 5 Tage, ist aber aus finanziellen und organisatorischen Gründen inzwischen auf ein Wochenende zusammengekürzt worden. Aber auch so ist es immer wieder anstrengend und vor allem erlebnisreich. Am Tag stehen 6-7 Stunden Proben an – Registerproben in den einzelnen Stimmgruppen und Gesamtproben. Die restliche Zeit wird mit individueller Kammermusik, Improvisation, a-capella-Blatt-Singe-Runden, Skat- und Weinabenden oder Waldspaziergängen ausgefüllt.

Wie wird man Mitglied?

Der häufigste Weg ins Dresdner Jugendsinfonieorchester führt über das Dresdner Nachwuchsorchester. Dort ist der richtige Platz, um erste Erfahrung im Orchesterspiel zu sammeln.

Prinzipiell kann aber jeder auch so bei uns einsteigen, der es sich zutraut und zwischen 13 und 23 ist. Man sollte kein blutiger Anfänger mehr sein, aber virtuose und professionelle Beherrschung des Instrumentes wird auch nicht verlangt. Bestimmte seltene Spezies (Bratscher, Oboen, Posaunen) nehmen wir fast immer. Vorspiele gibt es in der Regel nicht, es sei denn, eine Stimmgruppe ist wirklich schon richtig dick besetzt und kann maximal noch wirklich hochkarätige Verstärkung gebrauchen.

Die Entscheidung über die Aufnahme trifft in jedem Fall unser künstlerischer Leiter Milko Kersten. Entsprechende Anfragen sind bitte an ihn oder den Orchesterrat zu richten. Die nach wie vor einfachste Variante ist aber, einfach mal zu den Probenzeiten vorbeizuschauen, damit wir uns gegenseitig voneinander ein Bild machen können.

Sehenswerte Links

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Letzte Änderung am 13.11.2010  •  Kontakt zum Seitenanfang