Chronik

Im Folgenden haben wir einige Dokumente aus dem Archiv des Orchesters zusammengestellt. Darunter sind Gratulationsschreiben, Berichte von Probenlagern und Konzertreisen, Zeitungsartikel und noch manches andere zum Stöbern und vielleicht – sollten Sie einmal Mitglied des Orchesters gewesen sein – Erinnern und Wiedererkennen. Die Seite zur Geschichte bietet einen allgemeineren Überblick.

1962–1973: Erste Galeriekonzerte und Pionierlager am Werbellinsee

1967: 5-jähriges Jubiläum

Wir begingen diesen Festtag mit einer großen Feierstunde im Pionierpalast. Anwesend waren Orchestermitglieder, die das Orchester 1962 mit aufgebaut haben, Vertreter des Pionierpalastes und unser verehrter Freund Dr. Prof. Laux.

Seit dieser Zeit führten wir in den Winterferien Spezialistenlager durch. Sie fanden in Zschorna statt. [...]

Die Ausgestaltung von Galeriekonzerten im Gobelinsaal der Gemäldegalerie wurde alljährlich zu einer schönen Aufgabe für unser Orchester.

Mit von der Partie waren:

Prof. Dr. Karl Laux Konzerteinführung
Direktor Joachim Uhlitzsch Bildbetrachtung

Streichorchester des Pionierpalastes "Walter Ulbricht"
Leitung: Christoph Zeeh

Sprechergruppe des Pionierpalastes "Walter Ulbricht"
Leitung: Käthe Koll

Solisten: Steffen Leissner, Klavier
Karl-Herrmann Schlosser, Violine

Auf dem Programm standen Werke von:

J. STAMITZ
J.CHR. BACH Klavierkonzert Es-Dur
J. HAYDN Sinfonie Nr. 27
Violinkonzert G-Dur
B. BARTOK Kinderstücke
M. HAYDN
BEETHOVEN

Pionierrepublik "Wilhelm Pieck" / Altenhof Werbellinsee

Erlebnisreiche Tage verlebten wir in der Pionierrepublik "Wilhelm Pieck" am Werbellinsee. Neunzehn Tage unserer Sommerferien hielten wir uns in diesem internationalen Pionierlager auf.

Als die CIMEA mit Teilnehmern aus 28 Ländern in der Pionierrepublik tagte, führten wir gemeinsam mit unserem Chor ein Programm im Garten der Freundschaft durch. An diesem Nachmittag kamen wir erstmals mit den Delegationen aus den verschiedensten Ländern der Erde in Berührung. Am meisten ins Herz geschlossen hatten wir eine Gruppe von Kindern aus Palästina. Mit ihnen verbrachten wir unvergeßliche Stunden.

Nach einem Konzert, welches wir für alle Delegationsleiter gaben, vereinbarten wir ein Treffen mit finnischen Kindern, das in den folgenden Tagen stattfand. Wir überreichten der Gruppe kleine Geschenke, die von Arbeitsgemeinschaften des Pionierpalastes selbst angefertigt wurden. An den Aufenthalt in der Pionierrepublik denken wir noch lange zurück.

1972: 10-Jahrfeier

Dazu wurden auch die alten Hasen eingeladen. In Superorchesterbesetzung vereinigte sich Jung und Alt zum Violinkonzert von Janschinow.

Im gleichen Jahr fand auch das 50. Galeriekonzert mit Prof. Dr. Karl Laux statt.

Spezialistenlager Burkau

Erstmals führten wir einen Lehrgang in Burkau durch. Wir wohnten in der Neuen Schule, Proben und Essen wickelte sich in der Alten Schule ab.

1973–1981: Preise und Auszeichnungen

1980 erschien ein Zeitungsartikel in der Sächsischen Zeitung, der die Zeit von 1973-80 ganz gut darstellt:

Musizieren – nicht nur für Kinder

Erfolgreiches Streichorchester des Pionierpalastes Dresden

An einem Tag des Jahres 1962 fanden sich im Dresdner Pionierpalast musizierfreudige Mädchen und Jungen ein mit (zum Teil) missgestimmten Saiteninstrumenten, aber guter Laune und einem Elan, den Dirigent und Musikpädagoge Marko Mitzscherling zu nutzen wusste. Unter seiner Stabführung reifte das Streichorchester zu einem „Hervorragenden Volkskunstkollektiv“ und die Pioniere von damals gingen ihren Weg, als professionelle Musiker oder als musikalisch gebildete und versierte Laien.

Die Bilanz der Erfolge kann sich sehen lassen: Auftritte in mehreren sozialistischen Staaten, Mitwirkung in Rundfunk- und Fernsehsendungen, Gastspiele zur Musikbiennale 1973 zur Einstufung mit dem Prädikat „Oberstufe – sehr gut“, ein 1. Platz beim Orchesterwettbewerb der Musikschulen der DDR 1976 oder die Auftritte anlässlich der zentralen Beethoven-Ehrung der Musikschulen im Jahr 1977.

Die 67 Mitglieder des Orchesters sind mit Lust und Liebe dabei, bereit ihre Freizeit zu opfern, um anderen Freude zu bringen, den Jugendweihlingen zu ihren Feierstunden, den Jüngsten und ihren Eltern bei Galeriekonzerten. 85 mal trat das Streichorchester schon im Goblinsaal der Sempergalerie gemeinsam mit den jungen Rezitatoren oder Solisten anderer Kollektive auf, und zwar mit so großem Erfolg, dass es für ein „Galeriekonzert der Pioniere“ im Rahmen der bevorstehenden Dresdener Musikfestspiele verpflichtet wurde.


Als zweites wollen wir Ihnen die Einschätzung des Bezirkskabinetts nicht vorenthalten:

Bezirkskabinett für Kulturarbeit Dresden


Bezirksleistungsvergleich Sinfonische Orchester 1975

E I N S C H Ä T Z U N G

Streichorchester des Pionierpalastes Dresden

Der Klangkörper gefiel besonders durch sein frisches Musizieren und die gute Ausstrahlung. Allen Mitgliedern des Kollektivs und seiner guten Leitung geührt hierführ ein Sonderlob.

Ein schöner Streicherklang zeichnete sich ab. Kleine Intonationsschwankungen trübten nur unwesentlich den sonst sehr guten Gesamteindruck. In der Probenarbeit mit den Bläsern muß vor allem auf Tonreinheit geachtet werden.

Das Programm war geschickt und sinnvoll ausgewählt und entsprach dem Anliegen des Leistungsvergleiches.

Bei weiterer kontinuierlicher Probenarbeit bestehen für das Ensemble durchaus Möglichkeiten, bei dem nächsten Leistungsvergleich die höchste Stufe zu erreichen.


Für die gezeigten Leistungen erhält das Kollektiv in der

O B E R S T U F E das Prädikat
"sehr gut".

Neuhaus         
GMD Prof. Rudolf Neuhaus
Vorsitzender der Jury   

1976 traf sich unser Orchester im Studio des Senders Dresden, um die Aufnahmen für den Wettbewerb der Musikschulorchester zu machen. Mit Händel, Schwaen und Petzold stellte es sich der Jury.

Unser Orchester erhielt den 1. Platz und wurde somit

"Bestes Jugendstreichorchester der DDR"

Weitere besondere Auszeichnungen waren die jährliche Teilnahme an den Dresdner Musikfestspielen und die Aufnahme von 15 Orchestermitgliedern innerhalb von 3 Jahren zum Berufsstudium. Außerdem war unser Orchester ständiger Titelverteidiger: "Hervorragendes Volkskunstkollektiv".

(Zeiten waren das damals, wenn in einer Abrechnung zur Titelverteidigung "Hervorragendes Volkskunstkollektiv" Sätze wie der FDJ- und Pionierauftrag: „Dem Sozialismus eure Tat, lernt für unseren Friedensstaat!“ vorkommen!)

1981–1992: 20-Jahr-Feier und Polen-Reise

1982: 20-jähriges Jubiläum

Zum 20-jährigen Bestehen erhielten wir zahlreiche Gratulationsschreiben, die wir mit Freude aufnahmen. Glückwünsche kamen unter anderem...

...von der Dresdner Bezirksmusikschule „Paul Büttner“:

Sehr geehrte Genossen des Pionierpalastes !
Sehr geehrter Kollege Wenzel !
Liebe Schüler des Pionierstreichorchesters !

Anläßlich des 20-jährigen Bestehens des Streichorchesters entbietet Ihnen und den Mitgliedern des Orchesters die Leitung und das Pädagogenkollektiv der Bezirksmusikschule "Paul Büttner" die herzlichsten Glückwünsche.

Dank der vorbildlichen Einsatzbereitschaft und der hohen künstlerischen Leistungstätigkeit jedes Schülers wurden hervorragende Ergebnisse bei der Teilnahme an den Orchesterwettbewerben der Musikschulen der DDR erzielt.

Bei der künstlerischen Gestaltung von gesellschaftlichen Höhepunkten erfüllt das Orchester seinen kulturpolitischen Auftrag und bereicherte damit das kulturelle Leben in der DDR.

Wir danken der Leitung und allen Schülern für ihre Einsatzfreudigkeit und wünschen dem Orchester weiterhin eine erfolgreiche Wirksamkeit.

    Mit sozialistischem Gruß !

    Oberstudienrat
    S c h u l z e
    Direktor

...und von unserer Patenbrigade:

VEB NAGEMA Anlagenbau Dresden
8060 Dresden, Förstereistr. 40
Bereich Projektierung Grenzstraße

Sehr geehrter Herr Wenzel!
Liebe Orchestermitglieder!

Anläßlich des 20-jährigen Bestehens des Streichorchesters des Pionierpalastes Dresden beglückwünschen wir Sie recht herzlich.

Seit über 10 Jahren besteht ein Patenschaftsvertrag zwischen dem Orchester und der Brigade Projektierung im VEB NAGEMA Anlagenbau Dresden. In dieser Zeit kam es zu vielen beiderseits nützlichen Begegnungen. So z.B. informierten sich Orchestermitglieder über die Arbeit der Brigade am Arbeitsplatz, Kollektivmitglieder besuchten den Pionierpalast und das Orchester gestaltete betriebliche Veranstaltungen mit aus. [...]

Anläßlich dieses Jubiläums hat die Brigade den Betrieb um die Bereitstellung von Mitteln zur übergabe eines Sachgeschenkes gebeten. Diese Mittel wurden vom Betrieb bewilligt, so daß wir in der Lage sein werden, dem Orchester demnächst 2 Baßstühle überreichen zu können. Wir glauben, daß wir damit einen Beitrag zur Verbesserung der Probenbedingungen im Orchester leisten. [...]


Natürlich bekamen wir auch in diesem Jahr gesagt, was wir zu tun hatten...

Arbeitsauftrag

Der Zentralrat der FDJ hat alle Jung- und Thälmannpioniere aufgerufen, den Pionierauftrag

    "Pionierexpedition - Meine Heimat DDR"
und die Mitglieder des Jugendverbandes den FDJ-Auftrag
    "X. Parteitag"
zu erfüllen.

für Eure Arbeit gilt:
Tragt den Schwung und Ideenreichtum des VII. Pioniertreffens in Eure Arbeitsgemeinschaft.
Ihr erhaltet für das Schuljahr 1982 /83 den Auftrag:

Gestaltet die Veranstaltung zum 20-jährigen Bestehen Eures Orchesters zu einem würdigen Höhepunkt Eurer Arbeit!
Gestaltet aus Anlaß des 65. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution ein zusätzliches Schulkonzert im "Haus der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft" (Blockhaus)!
Kämpft erneut um den Titel "Hervorragendes Volkskunstkollektiv"!
[...]

1984/85: Konzertplan

Die Menge an Auftritten, die unser Streichorchester jedes Jahr bewältigte, zeigt dieser Konzertplan:

Sa. 6. 10. 17. 00 Uhr Festveranstaltung zum 7. Oktober
Großenhain Kreiskulturhaus
Fr. 9. 11. 12. 00 Uhr Festveranstaltung 30 Jahre Jugendweihe
Blockhaus
Sa. 1. 12. 16. 00 Uhr Galeriekonzert Gobelinsaal
18. 00 Uhr Galeriekonzert Gobelinsaal
Mi 5. 12. 17. 30 Uhr Galeriekonzert Gobelinsaal
Sa 19. 1. 15. 00 Uhr Galeriekonzert Blockhaus
Mi 30. 1. 17. 30 Uhr Galeriekonzert Gobelinsaal
10. – 17. 2. Spezialistenlager Burkau
So 21. 4. 16. 00 Uhr Galeriekonzert Pionierpalast
So 28. 4. 9. 00 Uhr Jugendweihe (34. POS) Steinsaal
11. 00 Uhr Jugendweihe (35. POS) Steinsaal
So 5. 5. 9. 00 Uhr Jugendweihe (53. POS) Steinsaal
11. 00 Uhr Jugendweihe (24. POS) Steinsaal
Mi 29. 5. 18. 00 Uhr Galeriekonzert Dresdner Musikfestspiele
Gobelinsaal
Sa. 8. 6. 16. 30 Uhr Dresden singt und musiziert
Stallhof
Do 20. 6. Festveranstaltung 35. Jahr BMS

1986: Polen

Es ist Montag, den 20.10.86, als wir gegen 10.00 Uhr ab Postplatz in Richtung Wroclaw abfahren, wo wir mit großer Verspätung schließlich ankommen, um 17.30 – 18.30 Uhr unser „Mittagessen“ einzunehmen. Gegen 19.00 Uhr wurde uns ein kleines Empfangskonzert (Chor, Orgel, Klavier) der Musikschule gegeben. Nachdem wir 21.00 Uhr unser Abendbrot eingenommen hatten, schliefen wir gut (und geschafft) in unseren Quartieren des Hotel „Polonia“ ein.

Dienstag, 21.10.1986. Heute ist arbeiten angesagt. Gleich nach dem Frühstück (9.00 Uhr im Hotel) geht es 10.30 Uhr zur Probe in die Musikschule. Über Mittag gönnte man sich etwas Ruhe bei einem Stadtrundgang bzw. einer Stadtrundfahrt, bei welcher die wunderschöne Kathedrale natürlich nicht fehlen durfte. Ca. 16.00 Uhr wird wieder geprobt – in „Filharmonia“.

18.00 Uhr (bis 20.30 Uhr) ist es endlich soweit. Das Konzert wird vor einem halbvollen, vor allem jugendlichen Publikum aufgeführt (leider zu lang, Lischkas Klatschmusik „Stimmung“). Danach gab es ein wohltuendes Abendbrot, und so langsam legte sich jeder in seine Übernachtungsmöglichkeit im Hotel „Polonia“, um den restlichen Tag auf irgendeine Weise ausklingen zu lassen.

Mittwoch, 22.10.1986. Es wird Zeit, aufzustehen, denn 9.00 Uhr ist wieder Frühstück angesagt. Die Freizeit bis zur Abfahrt 11.30 Uhr nach Jelena Gora verbringt jeder unterschiedlich, z.B. mit einem Einkaufs-/Stadtbummel. Ca. 14.00 Uhr kommen wir in J.G. an, wo wir nach längerem Warten schließlich nach Mielkow, ungefähr 15 km weg von J.G. in das Hotel zum Mittagessen, es ist inzwischen 15.00 Uhr, fahren. 19.00 Uhr gibt es Abendbrot und danach kann jeder in seiner Freizeit bis zum Schlafen gehenn, machen, was er will.

Donnerstag, den 23.10.1986. Es heißt, den Tag genießen, denn morgen geht es wieder nach Hause. Also, dann früher als gewohnt 8.00 Uhr Frühstück, um so schnell wie möglich (9.00 Uhr) zum Kurort etwas westlich von Mielkow abzufahren. In diesem sehr gepflegten Ort konnte man das Naturkundemuseum, die Kunsthochschule oder ähnliches besuchen. Gegen 13.00 Uhr gibt es Mittagessen im Hotel und 14.00 Uhr wird zur Abfahrt nach J.G. geblasen. Ab 16.00 Uhr wird für das, gegen 18.00 Uhr (bis 20.00 Uhr) beginnende Konzert geprobt.(Das Konzert ist gekürzt, ohne Chor.) Übernachtet wird wieder in Mielkow.

Abreisetag, Freitag, den 24.10.1986. Unser letztes Frühstück nehmen wir 8.00 Uhr ein und 9.00 Uhr ist es leider schon soweit. „Tränenreiche“ Abfahrt erst noch einmal mit einem kleinen Ausflug nach J.G. (bis 11.30 Uhr), um von dort schließlich nach Dresden abzufahren, wo wir gegen 18.00 Uhr wieder am Postplatz ankommen.

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Letzte Änderung am 11.04.2002  •  Kontakt zum Seitenanfang